6. Oktober 2008
Martina (Mamü) hat mir vor ein paar Wochen ein Stöckchen mit einer indiskreten Frage zugeworfen. Und die Frage ist diese: Bist du eigentlich in der Zeit, in der du in Italien lebst, “italienischer” geworden und/oder gibt es noch so typisch deutsche Eigenschaften, die dich als Deutsche “outen”? Hörst du schon mal ein liebevolles “typisch deutsch”?
Zunächst musste ich über diese Frage lachen, denn mir fielen sofort viele Antworten auf diese Frage ein. Aber fangen wir doch mit dem ersten Teil der Frage an. Bin ich “italienischer” geworden, seit ich in Italien lebe? Die Antwort ist ja und nein. Wahrscheinlich war ich schon immer etwas italienisch, denn sonst wäre ich wohl nicht vor fünfzehn Jahren nach Italien gezogen. Ich bin nicht etwa, wie hier die meisten deutschen Frauen, eines Mannes wegen nach Italien gezogen. Oh nein, da kennt ihr mich aber schlecht. Ich bin damals nach Italien gezogen, weil ich meinen größten Traum wahr werden lassen wollte. Wer sagt denn, dass Träume immer Träume bleiben müssen? So bin ich damals mit meinen beiden Kindern, die vier und sieben Jahre alt waren, nach Italien gezogen. Ich habe es übrigens nie bereut. Wenn es uns nicht gefallen hätte, hätten wir ja auch wieder nach Deutschland zurückkehren können.
Dass ich keine typische Deutsche bin, merke ich immer wieder, wenn ich in Deutschland bin. Dort regt man sich auf, wenn Sonntags die Waschmaschine läuft und draußen die Wäsche aufgehängt wird, wenn in “Ruhezeiten” der Rasen gemäht wird, und, und, und. Das alles interessiert mich überhaupt nicht. Und das interessiert auch hier in Italien niemanden. Warum soll ich mir denn selbst das Leben so versauern? Da gibt es doch schönere Dinge, womit ich meine Zeit ausfüllen kann.
So ganz kann ich meine deutsche Mentalität natürlich auch nicht ablegen *lach*. Dafür habe ich zweiunddreißig Jahre lang in Deutschland gelebt. Und damit wären wir schon beim zweiten Teil der Frage. Als wir vor fünfzehn Jahren hierher zogen, war ich natürlich der Meinung, dass meine Kinder nach wie vor um neunzehn Uhr ins Bett mussten. Um diese Zeit isst man hier noch nicht einmal zu Abend *lach*. Das war mit Sicherheit typisch deutsch. Meine Kinder durften auch weiterhin keine Coca Cola trinken, was hier alle Kinder dürfen. Diese Dinge konnte ich erst so nach und nach mit den Jahren ablegen. Wenn ich mit meinen Kindern schimpfte, tat ich das meistens in deutscher Sprache. Die Wirkung war größer. Wenn also die Kinder mal ungezogen waren, sagten unsere italienischen Freunde zu ihnen: “Hört lieber, was die Mama sagt, sonst spricht sie mit euch deutsch”. Da musste ich immer lachen.
Was mir ganz wichtig war und noch immer ist, unsere deutschen Bräuche aufrechtzuerhalten. In der Vorweihnachtszeit backen wir Plätzchen und schmücken das ganze Haus. Am sechsten Dezember kommt zu uns der Nikolaus, zu den italienischen Kindern nicht. Den Weihnachtsbaum stellen wir inzwischen, wie es hier Brauch ist, am achten Dezember auf. So hat man länger etwas davon. Aber die Bescherung machen wir nach wie vor am Heiligen Abend und nicht morgens am ersten Weihnachtstag. Auch zu Ostern wird das Haus österlich geschmückt. Wir malen Eier an, und am Ostersonntag gibt es ein ausgiebiges österliches Frühstück. Das schöne ist, dass wir unsere deutschen Bräuche an die Tochter meines Lebensgefährten weitergegeben haben. Sie backt mit uns Weihnachtsplätzchen, läßt sich am Heiligen Abend von uns beschenken und am ersten Weihnachtstag von ihrer Mama und ihren Großeltern. Sie malt mit uns Ostereier an, und sucht am Ostersonntag ihr Osternest. Sie sagt, dass sie ein deutsch-italienisches Kind sei. Das finde ich sehr schön. Was das Kochen angeht, kochen wir sowohl deutsch als auch italienisch. So ist unser Speiseplan immer sehr abwechslungsreich. Wenn wir Besuch aus Deutschland erwarten, dann bekommt der Besuch erst einmal eine Einkaufsliste. Bestimmte Dinge sind uns auch heute noch sehr wichtig, wie geräucherte Mettwürstchen, Kochkäse, Fleischsalat, Götterspeise, Kräutersalz, Soßenbinder, u.s.w. Die Liste ist aber schon erheblich kleiner geworden, weil es inzwischen auch hier viele deutsche Produkte zu kaufen gibt.
So, jetzt ist es aber genug. Sonst schreibe ich hier noch mein ganzes Leben auf. Aber es hat mir Spaß gemacht, liebe Martina, deine Frage zu beantworten.
21. September 2008
Wally hatte vor ein paar Wochen eine handvoll Stöckchen umher geworfen. Ich dachte mir, jetzt nehme ich mir einfach mal eins davon. Und hier ist es, das Blogger-Stöckchen rund ums Bloggen:
Was war der entscheidende Grund, mit dem Bloggen anzufangen?
Ich hatte mich noch nie besonders fürs Bloggen interessiert, bis vor zwei Jahren ein kostenloser Blog von der SdS angeboten wurde. Da habe ich mich auch eingetragen. Als ich dann meinen eigenen Blog hatte, wusste ich gar nicht so recht, was ich eigentlich damit sollte. Und es fällt mir heute noch schwer, in meinen Blog zu schreiben. Diese Hemmschwelle habe ich immer noch nicht ganz überschritten. Das sieht man ja auch ganz deutlich in meinem Blog. Aber ich arbeite dran.
Hast du ein Lieblings-Weblog?
An meinen Links könnt ihr sehen, in welche Weblogs ich regelmäßig schaue. Sie sind mir alle ans Herz gewachsen. Dabei stoße ich auch immer wieder in andere interessante Weblogs.
Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?
Ich weiß nicht genau, wie ich diese Frage beantworten soll. Nicht überschätzt, sondern total deprimierend finde ich die Weblogs junger Leute, die das Leben als nicht lebenswert empfinden. Das ist sowohl deprimierend als auch besorgniserregend.
Wenn du noch mal neu starten würdest, was würdest Du ändern?
Ich habe immer noch das Gefühl, neu starten zu müssen. Eigentlich habe ich noch gar nicht richtig angefangen.
Würdest Du überhaupt noch mal anfangen?
Auf jeden Fall. Jetzt noch mehr, als vor zwei Jahren.
Was ist der Lieblings-Beitrag in deinem Blog?
Bei meinen wenigen Beiträgen ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Vielleicht diese Geschichte
Die Entscheidung
Nun werfe ich das Stöckchen weiter an …
Da ich ja schon wieder so spät dran bin, lasse ich das Stöckchen jetzt einfach mal hier liegen. Ob wohl jemand vorbeikommt und es mitnimmt?
3. September 2008
Ich weiß gar nicht, ob sich überhaupt noch jemand an dieses Spiel erinnert. Martina Mamü hatte mir schon vor Monaten dieses Stöckchen zugeworfen. Aber leider hatten wir für mehrere Monate kein Internet zu Hause. Und deshalb konnte ich erst jetzt das Stöckchen auffangen. Das war wirklich ein langer Stöckchen-Flug.
4 Jobs I’ve done:
1. Das erste Mal in meinem Leben habe ich mit siebzehn Jahren gearbeitet. Ich hatte damals zwei Ferienjobs. In den ersten drei Wochen der Sommerferien habe ich in einem Warenhaus gearbeitet und Preisschilder gedruckt, noch so richtig mit der Hand. Das war vielleicht ein tolles Gefühl, wenn ich durchs Warenhaus ging und die von mir gedruckten Plakate an den Warentischen sah.
2. In den letzten drei Wochen der Sommerferien habe ich dann im Krankenhaus in der Stationsküche gearbeitet. Ich habe das Essen an die Patienten ausgeteilt und wenn nötig, sie auch gefüttert. Nebenher haben die Krankenschwestern und -pfleger mir auch viele Dinge erklärt und beigebracht. Denn dass ich einen Beruf im Bereich der Medizin ergreifen wollte, stand für mich schon damals fest. Der Geruch des Krankenhauses war und ist für mich noch immer Parfüm. Außerhalb der Ferienzeit habe ich dann an jedem zweiten Wochenende ehrenamtlich im Krankenhaus gearbeitet.
3. Mit achtzehn Jahren habe ich eine Ausbildung zur Arzthelferin bei einem Gynäkologen begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen. Am meisten Freude bereitete mir dort die Schwangerenvorsorge. Und dann kommen wir auch schon zu Punkt vier.
4. Durch die Schwangerenvorsorge bin ich darauf gekommen, den Beruf der Hebamme zu erlernen. Die Entscheidung, noch einen zweiten Beruf zu erlernen, habe ich niemals bereut. Ich wollte Verantwortung im Beruf und nicht immer nur das tun müssen, was die anderen mir sagten. Ich wollte den Frauen helfen, ihr Kind zur Welt bringen. Einen schöneren Beruf konnte es für mich nicht geben. Ein bisschen fehlt er mir noch immer. Ich könnte noch von einigen anderen Jobs erzählen, aber es wird ja nur nach vier Jobs gefragt.
4 movies I’ve seen
1. “Ghost” mit Patrick Swayze und Whoopi Goldberg könnte ich immer wieder anschauen.
2. Dirty Dancing habe ich auch schon unzählige Male gesehen.
3. “Il mistero dei templari” mit Nicolas Cage ist wahnsinnig toll und spannend. Sorry, ich weiß leider nicht, wie er in Deutschland heißt.
4. “Il mistero delle pagine perdute” ,ebenfalls mit Nicolas Cage, ist die Fortsetzung und genauso spannend, wie der erste Film.
Ich könnte natürlich noch unzählige tolle Filme aus allen möglichen Genres aufzählen. Aber das führte hier wohl zu weit.
4 places I’ve been:
1. Wien
2. Rom
3. Prag
4. Sizilien und noch viel mehr
4 TV-programmes I watch
1. Doctor House
2. Amici
3. C’è posta per te
4. Filme von Rosamunde Pilcher immer wieder. Ich schäme mich auch gar nicht *grins* und noch viel mehr
4 favourite foods:
1. Rindsrouladen nach altem Rezept, mit Speck, Senf und Zwiebeln
2. Königsberger Klopse, wie nur meine Omi sie hinbekam *ganz traurig guck*
3. Salat in allen Variationen
4. Pasta in allen Variationen und noch viel mehr
4 places I’d rather be:
1. England
2. Schottland
3. Irland
4. Australien und noch viel mehr
4 next victims
Ich glaube, für das Stöckchen-Spiel Nr. 4 interessiert sich wohl kaum noch jemand. Aber wenn es trotzdem noch jemand auffangen will, bitte sehr: Hier ist es
7. Mai 2008
1. Setze einen Link zu der Person, die dir das Stöckchen zugeworfen hat.
- Dieses Mal hat mir das Stöckchen Wally zugeworfen. So langsam komme ich mir schon wie ein Hund vor. Nelly will von diesen Stöckchen immer noch nichts wissen. Was bleibt mir also übrig, als auch dieses Stückchen wieder aufzuheben. Ich habe ja den leisen Verdacht, dass Wally mich auf diese Art dazu bringen will, wieder einmal etwas in meinen Blog schreiben. Was soll ich sagen, sie hat es geschafft.
2. Erwähne die dazugehörigen Regeln in deinem Blog:
- Wer das Stöckchen aufnimmt, braucht nur die Anweisungen 1-4 zu erfüllen. Diesen Satz habe ich jetzt einfach mal von Wally übernommen.
3. Erzähle von dir sechs unwichtige Dinge / Gewohnheiten / Macken :
- Einiges ist mir selbst eingefallen. Aber ich habe trotzdem auch noch meine Familie dazu befragt. War schon interessant, zu erfahren, wie meine Familie mich sieht. Das kann ich aber nicht alles hier aufschreiben. Schließlich reichen hier sechs meiner Macken.
(1) Ich kann es nicht leiden, wenn jemand beim Essen krümelt. Hier in Italien muss man sich das mal so vorstellen. Zum warmen Mittag- und/oder Abendessen isst der Italiener auch grundsätzlich Brot. Wenn er sich ein Stück Brot abbrechen will, hält er nicht etwa das Brot über den Teller, nein. Er lehnt sich dazu zurück, dass die Krümel alle auf den Boden fallen können. Das muss man sich mal vorstellen. Da könnte ich ausrasten. Da kann man sich ja gleich zum Essen auf den Boden setzen. In meiner Familie macht das zum Glück niemand. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass ich dann einen Wutanfall bekomme *grins*.
(2) Ich esse schon seit meiner Kindheit für mein Leben gern Gummibärchen. Es müssen aber die von Haribo sein. Haribo macht Martina froh. Das ist aber noch nicht alles. Seit meiner Kindheit esse ich diese Gummibärchen nämlich nach einem ganz bestimmten Prinzip. Ich nehme mir immer ein rotes, ein weißes und ein grünes Gummibärchen und stecke sie dann zusammen in den Mund. Nie esse ich dazu ein gelbes oder oranges. Die esse ich erst, wenn keine roten, weißen und grünen Gummibärchen mehr in der Tüte sind.
(3) Zeitschriften lese ich von hinten nach vorn. Keine Ahnung, warum. Es ist einfach zur Gewohnheit geworden. Mit Büchern mache ich das aber nicht so. Die lese ich schon von vorn nach hinten.
(4) Meine Handtasche ist grundsätzlich zu voll. Ich wüßte gar nicht, was ich mit einer kleinen Handtasche anfangen sollte. Wenn ich da mein Portemonnaie reintue und vielleicht noch mein Handy, dann ist die Tasche schon voll. Und wo bringe ich die anderen wichtigen Dinge unter, wie z.B. Taschentücher, Hausschlüssel, Autoschlüssel, Lippenstift, Cremedöschen, Kopfschmerztabletten, Bullrichsalztabletten, Kaugummi, Lesebrille, Sonnenbrille, Taschenkalender, Kugelschreiber, intime Dinge und evtl. noch ein Buch. Das Buch ist wichtig, wenn man irgendwo warten muss. Oft vertraut mir mein Schatz auch noch so wichtige Dinge wie Zigaretten, Fotoapparat, Navigator und dergleichen an. Das muss natürlich auch alles in die Tasche. Wenn ich dann etwas aus der Handtasche brauche, schaue ich nicht etwa in die Tasche. Nein, ich greife mit der Hand hinein und wühle so lange herum, bis ich es gefunden habe. Geht bei mir viel schneller so.
(5) Jetzt bitte nicht lachen. Ich gehe mit einem Körnersäckchen schlafen. Ich erwärme es in der Mikrowelle und lege es mir dann auf den Bauch. Ich brauchte dieses Säckchen eine Zeit lang, weil ich in der Nacht öfter Bauchkrämpfe bekam. Das Säckchen wirkte Wunder. Die Beschwerden verschwanden. Ich habe mich seitdem so sehr an dieses Säckchen gewöhnt, dass ich nicht mehr ohne schlafen kann. Im Sommer wird es manchmal etwas warm. Aber das macht nichts. Ganz verzweifelt bin ich, wenn ich mal irgendwo schlafen muss, wo es weder eine Mikrowelle, noch einen Backofen gibt. Dann lege ich mir das Säckchen unangewärmt auf den Bauch.
(6) Bevor ich ein Brot anschneide, zeichne ich zunächst mit einem Messer ein Kreuz auf das Brot. Das machte schon immer meine Mutter so und vielleicht auch meine Oma, das weiß ich jetzt nicht so genau. Durch das Kreuz wird das Brot gesegnet. Ich denke gar nicht mehr darüber nach. Ich mache es ganz automatisch.
4. Reiche das Stöckchen an sechs andere Blogger weiter.
Dann reiche ich das Stöckchen mal an Vera und an Gabi weiter. Ich bin schon gespannt, ob sie wohl mitmachen werden *grins*
28. Februar 2008
1. Greife das Buch, das dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4
Hadiyyah ridacchiò. “Ma no! Non sa che ho trovato gli schettini.”Aus dem Buch “Nessun Testimone” von Elizabeth George
2. Strecke deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was hältst du in der Hand?
Duden 4 “Die Grammatik”. Alles Wichtige gleich zur Hand.
3. Was hast du als letztes im Fernsehen gesehen?
“Forum” mit Rita Della Chiesa (eine Sendung über Gerichtsverfahren)
4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst du gerade hören? Den Fernseher 5. Wann hast du den letzten Schritt nach Draussen getan? Heute Abend von der Arbeit nach Hause
6. Was hast du gerade getan, bevor du diesen Fragebogen begonnen hast? Ich hatte angefangen zu Bügeln. Irgendetwas ist an das Bügeleisen gekommen. Jetzt muss ich warten, bis es abgekühlt ist und ich es säubern kann. So lange spiele ich eben mit dem Stöckchen. 7. Was trägst du gerade? Kurzer Jeansrock, schwarzer Pulli, die schwarzen Stiefel habe ich inzwischen gegen Hausschlappen ausgetauscht, lange Ohrringe, Kette, Ring und Armreif. Ach ja, unter den Sachen trage ich natürlich auch noch Sachen…
8. Hast du letzte Nacht geträumt? Ja, ich war mit meinem Mann im Auto auf der Autobahn. Dann war vor uns plötzlich eine nicht abgesicherte Baustelle. Man konnte nicht mehr weiterfahren. Wir fuhren an den Rand der Autobahn, stiegen aus und versuchten die Arbeiter auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Doch die starrten uns nur blöd an. Plötzlich kam aus der Baustelle heraus ein Auto mit Höchstgeschwindigkeit und fuhr frontal in das entgegenkommende Auto. Eigenartigerweise wurde niemand verletzt. Mmmh, komischer Traum. 9. Wann hast du zum letzten Mal gelacht? Ich lache grundsätzlich jeden Tag. Dafür sorgt schon meine Familie, besonders mein Mann. Oft kullern mir die Tränen vor lauter Lachen.
10. Hast du kürzlich etwas Sonderbares gesehen? Ja, unsere Nelly begrüßt mich immer ganz freudig, wenn ich abends nach Hause komme. Heute ist ihre Begrüßung nur kurz ausgefallen, und dann hat sie sich gleich wieder auf ihre Liege gelegt. Wenn ich es jetzt so überlege, könnte sie ein schlechtes Gewissen haben. Meine Nelly wird doch in der Küche während meiner Abwesenheit nicht wieder still und heimlich den Mülleimer ausgeräumt haben? Wenn ich hier fertig bin, werde ich doch gleich mal nachsehen. 11. Was war der letzte Film den du gesehen hast? “Non è mai troppo tardi” mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, ein wunderschöner Film, der mich zu Tränen gerührt hat. Leider weiß ich nicht, wie der Film in Deutschland heißt.
12. Was würdest du kaufen, wenn du plötzlich Multimillionär wärst? Das ist eine sehr schwierige Frage. Mit Sicherheit würde ich unseren Kindern den Weg in die Zukunft ebnen. Dann möchte ich eine schöne Villa mit Park, Schwimmbad und allem Drum und Dran. Dann natürlich Klamotten in allen Variationen. Wenn schon, denn schon. Ja und dann möchte ich reisen, reisen, reisen. Den Rest würde ich wohl so anlegen, dass meine Familie und ich uns nicht mehr um die Zukunft sorgen brauchen. Außerdem würde ich mehrere Organisationen gründen, um Familien zu helfen, die in Not geraten sind. 13. Sag mir etwas über dich, was ich noch nicht wusste. Ob mir da wohl etwas einfällt? Oh ja, als Kind war ich unsterblich in Roy Black verliebt. Als ich dann zur Kommunion ging, stellte ich mir in meinem schönen weißen Kleid vor, ich würde ihn heiraten. 14. Tanzt du gerne?
Ja, aber ich bin leider zu steif.
15. George Bush? Bald nicht mehr aktuell 16. Stell dir vor, dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest du es nennen? Also, mein erstes Kind ist wirklich ein Mädchen und heißt Carina.
17. Und einen Jungen? Mein Junge heißt Peter. 18. Würdest du es in Erwägung ziehen, auszuwandern? Das habe ich bereits 1993 getan. Da bin ich mit meinen beiden Kindern von Deutschland nach Italien ausgewandert. Wenn damals jemand meinen Sohn Peter fragte, warum wir nach Italien gezogen sind, antwortete er: “Meine Mama liebt das Meer.” Stimmt.
19. Was würdest du Gott sagen, wenn du das Himmelstor erreichst? Danke, dass ich leben durfte. 20. Jemand, der das hier auch beantworten soll? Jeder, der es bis jetzt noch nicht getan und Lust dazu hat.
4. September 2007
Martina (Mamü) hat mir vor einiger Zeit ein Stöckchen zugeworfen. Ich hatte ja zunächst die Hoffnung, dass Nelly, unsere Cocker-Hündin vor mir das Stöckchen auffangen würde. Dann hätte sie sich damit herumschlagen können. Aber Nelly interessiert sich nicht so sehr für Stöckchen. Da hat sie es einfach an sich vorbeifliegen lassen. Und so musste ich es zwangsläufig auffangen. Ich konnte doch schließlich Martina (Mamü) nicht enttäuschen.
Und jetzt sitze ich da im sonnigen Italien und soll mir acht Punkte ausdenken, die man über mich wissen sollte. Hm, gar nicht so einfach. Ich fange jetzt einfach mal an:
1. Mein Name: Ich heiße Martina, genau wie Mamü, einfach nur Martina, nicht mehr und nicht weniger. In Deutschland wurde ich auch Tina oder Tinchen genannt. Als ich klein war, nannte meine Mutter mich manchmal Martinella. Da wurde ich rot vor Zorn. Martinella konnte ich absolut nicht leiden. Hier in Italien werde ich sehr oft Marti genannt. Na ja, andere Länder, andere Sitten.
2. Umzug nach Italien: Vor fast vierzehn Jahren bin ich mit meinen beiden Kindern, damals vier und sieben Jahre alt, nach Italien an die Ligurische Küste gezogen. Damit habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt und auch niemals diese Entscheidung bereut. Meinen geliebten Beruf der Hebamme habe ich damals aufgegeben. Bei so kleinen Kindern konnte ich keinen Wechseldienst machen. Und freiberufliche Hebammen gibt es hier nicht, zumindest nicht hier bei uns. Manchmal fehlt mir mein Beruf. Aber für meinen Traum habe ich gern auch Abstriche gemacht.
3. Liebe und Familie: Nach einigen Irrwegen habe ich vor fünf Jahren endlich die große Liebe meines Lebens getroffen. Wurde ja auch mal Zeit. Aber besser später, als nie. Jetzt sind wir so eine richtig schöne Familie, wie ich sie mir immer gewünscht hatte. Mein Lebensgefährte, für mich ist er mein Mann, hat auch noch eine Tochter von fast elf Jahren. Außerdem gehören zu unserer Familie noch unser Cocker Nelly und unsere Katze Lisa. Seit einem Jahr wohnen wir in einem Reihenhaus mit Garten. Was wollen wir mehr. Die große Tochter wohnt allerdings schon seit zwei Jahren mit ihrem Freund zusammen. So werden die Kinder groß.
4. Berufsleben: Außer einem bewegtem Privatleben hatte ich auch ein sehr bewegtes Berufsleben. Ich habe zwei abgeschlossene Berufsausbildungen als Arzthelferin und als Hebamme. Hier in Italien habe ich sieben Jahre lang in verschiedenen Exportunternehmen für Außentopfpflanzen gearbeitet. Meine Aufgaben waren es, mich mit Gartencenter- und Baumarktketten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England und Dänemark in Verbindung zu setzen, Verträge mit ihnen abzuschließen und die Werbungen mit ihnen zu planen. Viele Margeriten- und Kräutertöpfe, die ihr bis vor einigen Jahren gekauft habt, habt ihr indirekt bei mir gekauft. Die Arbeit war auch mit vielen Reisen verbunden, die ich anfangs interessant, später nur noch anstrengend fand. Ansonsten saß ich meine zwölf bis sechzehn Stunden im Büro ab. Meine Kinder kamen dabei eindeutig zu kurz. Das tut mir heute noch leid. Und eins sage ich euch: Ich hasse Büroarbeit aus tiefstem Herzen. Deshalb habe ich mich vor drei Jahren entschlossen, dass die Pflanzen auch ohne mich in die verschiedenen Länder exportiert werden können. So bin ich in die Hotelbranche geraten. Ich arbeite in einer Residenz mit Ferienwohnungen an der Rezeption und nur noch halbtags. Oder müsste ich jetzt halbabends sagen? Ich arbeite nämlich abends. Ich habe also fast den ganzen Tag für mich, und nach der Arbeit können wir auch noch ausgehen.
5. Allein und unter Freunden glücklich: Ich finde in allen Dingen muss ein Gleichgewicht herrschen. Ich bin kein Mensch, der ständig ausgehen muss. Ich bin aber auch kein Mensch, der ständig zu Hause sitzen muss. Ich habe eine Freundin, die kann einfach nicht allein sein. Das kommt davon, dass sie sich nicht lieb hat. Deshalb geht es ihr auch immer schlecht. Wenn sie dann Menschen um sich herum hat, erzählt sie nur davon, wie schlecht es ihr geht. Manchmal will sie nicht zu uns kommen, weil sie unser Glück nicht ertragen kann. Wenn sie dann doch mal für ein paar Tage zu uns kommt, fühle ich mich nach ihrer Abreise total ausgelaugt, buchstäblich konsumiert. Mein Motto ist schon immer gewesen: Wenn es dir mit dir selbst gut geht, dann geht es dir auch mit anderen Menschen gut. Ich habe mich ganz doll lieb und ich bin gern mit mir allein. Ich bin aber auch gern in Gesellschaft.
6. Alles im letzten Moment: Ja, es ist wirklich stärker, als ich. Ich schiebe gern alles vor mir her, bis es nicht mehr geht. Dann mache ich es aber in einem Rutsch. Jedes Mal nehme ich mir vor, dass ich mir nicht so einen Stress machen will. Viele Dinge kann man schon rechtzeitig vorbereiten. Dann hat man hinterher weniger zu tun. Nein, bei mir klappt das nicht. Ich kann nichts vorbereiten. Ich mache alles zum Schluss. Das Tolle ist, mein Mann unterstützt mich auch noch dabei. Er sagt immer, ich soll ganz ruhig bleiben. Wenn es soweit ist, hilft er mir auch. Und das tut er wirklich. Das Endergebnis ist, dass ich inzwischen alles viel gelassener sehe. Und wir machen dann eben alles im letzten Moment, aber gemeinsam.
7. Zeit verbummeln: Ich bin ein Weltmeister im Zeitverbummeln. Wenn ich morgens aufstehe, nehme ich mir vor, zu bügeln oder zu schreiben. Nach dem Frühstück setze ich mich erst einmal an den Computer und schaue, ob E-Mails eingegangen sind. Danach schaue ich ins Forum. Und dort verliere ich mich erst einmal. Ich fange an, dort zu lesen. Und auf den einen oder anderen Thread antworte ich. So, gleich bügle ich. Aber ich könnte ja noch schnell eine Partie Spider spielen. Nach fünf Partien schaue ich, ob wieder Post eingegangen ist. Oh ja, eine Antwort im Forum. Schnell lese ich, die Antworten. Da könnte ich doch auch noch ins andere Forum schauen, und die verschiedenen Blogs darf ich nicht vergessen. Ich antworte auch noch schnell auf ein paar Beiträge. Ich schaue auf die Uhr. Oh nein, es ist Zeit das Essen vorzubereiten. So, und wieder habe ich weder gebügelt noch geschrieben. Ich habe einfach so die Zeit verbummelt. Kennt ihr das auch?
8. Perfektionismus: Wenn ich etwas tue, muss es perfekt sein. Sonst fange ich erst gar nicht an. Das Endergebnis ist, dass ich nicht anfange. Mir ist klar, dass ich zu hohe Ansprüche an mich selbst stelle. So geht es mir auch mit dem Schreiben. Wenn ich etwas schreibe, mag ich es nicht veröffentlichen, weil ich denke, dass es nicht gut genug ist. Also bleibt die Geschichte da, wo sie ist, nämlich in meinem Computer. Ich bin dabei, an mir zu arbeiten. Denn mir ist klar, wenn ich nichts einschicke, kann ich nie eine Bestsellerautorin werden * ganz verschmitzt guck *.
So ich glaube, jetzt reicht es aber. Ihr wisst jetzt schon viel zuviel über mich. Deshalb werfe ich jetzt einfach mal ein Stöckchen zu Vera und ein anderes zu SusiŐ.